Abb. 1. Struktur der ISO-OSI-Anwendungsschicht

Interpretierung, Bytecode
ISO-OSI-Anwendungsschicht
ISO-OSI-Anwendungsschicht |
Abb. 1. Struktur der ISO-OSI-Anwendungsschicht
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Bevor der Benutzer (Systemprogramm/Client) auf die entfernte Datei zugreifen kann, muß diese geöffnet werden. Mit dem Dienstprimitiv F-OPENreq(uest) richtet der Benutzer seinen Eröffnungswunsch an seine lokale Anwendungsinstanz, die daraufhin eine geeignete Protokolldateneinheit erzeugt und an die Anwendungsinstanz des Dateiservers schickt. Diese setzt den Inhalt der Protokolldateneinheit geeignet um und zeigt den Eröffnungswunsch dem Dateiserver durch das Dienstprimitiv F-OPEN-ind(ication) an. Der Dateiserver veranlaßt daraufhin das Dateisystem zum Öffnen der Datei und zeigt dem Kommunikationssystem die erfolgreiche Dateiöffnung durch das Dienstprimitiv F-OPENrsp (response) an. Wieder werden Protokolldateneinheiten zwischen den Anwendungsinstanzen ausgetauscht und dem Benutzer die erfolgreiche Dateiöffnung durch das Dienstprimitiv F-OPENcnf(confirm) bestätigt. Eine solche Sequenz von Dienstprimitiven stellt sicher, daß der Benutzer erst dann Sätze einer Datei lesen oder verändern kann, wenn die Datei auch wirklich geöffnet ist. In diesem Zusammenhang bezeichnet man F-OPEN auch als einen bestätigten Dienst (confirmed service). Vor der Übertragung von Datensätzen wird die Art des Dateizugriffs (Schreib- oder Lesezugriff) dem Datenserver durch die Dienstprimitive F-WRITEreq(uest) beziehungsweise F-READreq(uest) angezeigt. Danach werden die Datensätze als Parameter des Dienstprimitivs F-DATA-req(uest) an das Kommunikationssystem übergeben. Die Übertragungssequenz muß durch ein weiteres Dienstprimitiv abgeschlossen werden. Anschließend können weitere Lese- oder Schreiboperationen ausgeführt werden, bevor die Dateischließung durch das Dienstprimitiv F-CLOSE bewirkt wird. Abbildung 2 veranschaulicht die Verwendung von FTAM-Dienstprimitiven von oben nach unten in ihrer zeitlichen Reihenfolge. Die Pfeile in Richtung Kommunikationssystem stellen die Aufträge (Requests) an das Kommunikationssystem dar, alle übrigen Pfeile Anzeigen an den Benutzer beziehungsweise den Dateiserver. Die senkrechten schwarzen Balken symbolisieren das Kommunikationssystem und insbesondere die beteiligten Anwendungsinstanzen. |
Abb. 2. Beispielsequenz für die Verwendung von Dienstprimitiven
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Die im ISO-OSI-Referenzmodell eingeführten Konzepte zur Strukturierung der sieben Schichten reichen für die Anwendungsschicht nicht aus. Die im FTAM-Beispiel eingeführte Kombination von Dienstelementen erfordert spezielle Architekturkonzepte für die Anwendungsinstanzen. Der ISO-OSI-Standard zur Strukturierung der Anwendungsschicht kann als Ergänzung des Basis-Referenzmodells verstanden werden. Neben Konzepten zur Strukturierung von Anwendungsinstanzen führt der Standard auch Konzepte zur Festlegung von Anwendungskontexten (application context) ein. Ein Anwendungskontext beschreibt in der Regel die Abhängigkeiten von Dienstelementen, die nicht durch die Protokolle der Dienstelemente realisiert sind. Darüber hinaus können in einem Anwendungskontext Alternativen bei der Auswahl von Anwendungsdienstelementen spezifiziert werden. Anwendungskontexte können auf nationalem oder internationalem Niveau registriert werden und sind somit bei einem Verbindungsaufbau verhandelbar. Der Standard zur Strukturierung der Anwendungsschicht befindet sich derzeit im DIS-Status (Draft International Standard) [2]. Viele in der Anwendungsschicht definierte Standards werden bereits von verschiedenen Herstellern als Produkte angeboten. Neuartige Anwendungen im Bereich Multimedia und die bevorstehende Einführung von Hochgeschwindigkeitsnetzen haben in jüngster Zeit nicht nur die Diskussion über die unteren Schichten des ISO-OSI-Referenzmodells belebt, sondern auch zur Neu- und Weiterentwicklung von Standards der anwendungsnahen Schichten geführt. |
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